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Nein. Eine so genannt “normale” Menge Schlaf, die jeder Mensch braucht, gibt es nicht. Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse – die einen brauchen viel Schlaf und andere kommen mit wenig aus. Wichtig: Wer gewohnt ist, neun Stunden pro Nacht zu schlafen, schadet sich auf Dauer, wenn er versucht, es jenen gleichzutun, die jeden Tag nach nur fünf Stunden Schlaf in Höchstform aufwachen.
Etwa 5% der Bevölkerung kommt mit weniger als sechs Stunden Schlaf aus, etwa genauso viele Menschen brauchen mehr als zehn Stunden. Der Grossteil – die übrigen 90% – schläft etwa sieben bis acht Stunden pro Nacht.
Betrachtet man den Aufbau des Schlafs derjenigen, die mit wenig Schlaf auskommen, so stellt man fest, dass sie genauso lange Zeit im Tiefschlaf verbringen wie Langschläfer. Die verkürzte Schlafdauer reduziert nur den Anteil an leichtem Schlaf. Im Prinzip schlafen diese Menschen also einfach konzentrierter.
Obwohl sich die individuellen Schlafbedürfnisse nicht grundsätzlich ändern lassen, kann man doch den eigenen Schlaf besser kennen lernen. Vor allem Langschläfer sollten den richtigen Umgang mit ihrem Rhythmus erlernen, um sich effizient erholen zu können.
Ganz generell betrachtet, hängt unser Schlaf-Wach-Rhythmus von einer inneren biologischen Uhr ab. Diese befindet sich im Gehirn und regelt auch andere organische Funktionen wie z.B. die Körpertemperatur oder die Ausschüttung gewisser Hormone. Diese Uhr hätte eigentlich einen 25-Stunden-Rhythmus, passt sich jedoch leicht den 24 Stunden der normalen Tageseinteilung an. Dies geschieht durch den Einfluss externer Synchronisatoren, so genannter “Zeitgeber”. Daneben spielen auch soziale Faktoren eine Rolle, wichtigster Faktor ist jedoch die Lichteinwirkung.
Dies erklärt auch, dass sich dieser Zyklus in Situationen, die man “ausserhalb der Zeit” erlebt, verlängern kann – in manchen Fällen um bis zu 48 Stunden. So, wie es beispielsweise Michel Siffre erlebte, der mehrere Tage lang alleine in einer Grotte verbrachte (also ohne natürliches Licht).
Im Alltag ist der Schlaf des modernen Menschen relativ einfach geregelt: Tagsüber ist man wach und nachts schläft man. Aber auch dieses System ist bis zu einem gewissen Grad flexibel. So kann man beispielsweise den Schlaf eines Menschen regelmässig unterbrechen, wenn dieser eine bestimmte Zeit lang besonders hohe Aufmerksamkeit benötigt. Dennoch ist es nicht ratsam, seinen Schlaf-Wach-Rhythmus auf Dauer freiwillig zu ändern, denn das kann Konsequenzen haben. Schichtarbeiter wissen dies, sie leiden häufig an Schlafstörungen, Müdigkeit, Launenhaftigkeit oder Verdauungsproblemen.
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